Wunderschöner Lobau-Nachmittag

  • Hallo Freunde !


    Bei all den guten Karpfenfängen rundherum will ich auch nicht zurückstehen.


    Mein Start war ja dieses Jahr sehr zäh. Ich hatte aber auch wie ausgesucht immer Tage erwischt, wo es meiner Erfahrung nach witterungsmäßig ungünstig ist, nämlich gleißendes Sonnenlicht kombiniert mit lebhaftem Südostwind, der gegen Abend ordentlich auffrischt.


    Gestern aber schienen die Bedingungen ideal: Bedeckt, windstill und trotzdem warm. Das sind die besten Anzeichen für guten Karpfenfang im Frühling.


    Am Tage davor noch wäre es schlechter gewesen, zwar strahlende Sonne aber windig und im Schatten vor allem abends empfindlich kalt. So nützten wir meine Frau und ich den Samstag für einen herrlichen Wandertag mit abschließendem Heurigenbesuch.


    Gestern wie gesagt, zog ich am Nachmittag los, und fand ideale Bedingungen vor. Dosenmais hatte ich schon am Abend vorher offen im Kühlschrank gelassen, dadurch wird er härter und resistenter.


    Am idealen Platz, idyllisch und mit Schilf links und den ersten sprießenden Seerosenblättern vis a vis schleuderte ich zunächst an den Spot ein paar Futterballen und bald stand die rote Pose friedlich im Wasser.
    Nach einiger Zeit begannen im flachen Wasser Karpfen zu "rollen" und siehe da, schon bald bildeten sich lebhafte Blasenspuren rund um den SChwimmer.


    Und da kam auch schon der erste "Heber" und ein zügiges seitliches Abtauchen, Anhieb und ja ! Rute krumm, Fisch sitzt. Nach dem üblichen Hin und her, und immer beim Landen ein wenig schwierig mit meiner schwachen kraftlosen linken Hand, aber schon war er am Trockenen. Na bitte, 2,5 Kilo, die ideale Größe für einen Speisekarpfen.


    Ich muss nämlich zugeben, dass ich Karpfen am allerliebsten esse, lieber als Raubfische, lieber als Forelle, also mein Speisefisch Nr. 1.


    Nach ein wenig Zeit das Ganze noch einmal. Biss, Rute krumm, und ohooooo, der Fisch gab richtig Gas und ich dachte an einen viel größeren, der Drill war mindestens doppelt so kräftig wie beim ersten Fisch, aber auch der entpuppte sich als 2,5 Kilo schlanker Schuppenkarpfen.


    Meistens wenn ich einen Karpfen will, nehme ich nur einen mit, aber da ich bis dato noch keinen Speisefisch seit Weihnachten hatte und wahrscheinlich aber auch bald wieder die Fliegenfischerei starten werde, nahm ich meine 2 erlaubten mit und fuhr hochzufrieden heim.
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  • Super Gerhard. Finde die Art zu Angeln total spannend aber bei Wind ist es auch nicht das Beste und in letzter Zeit ist es irgendwie meistens windig zumindest bei mir.


    Petri zu deiner Ausbeute. Ja da darf der Rucksack schon etwas drücken

  • Super Gerhard,


    freut mich, dass es jetzt bei dir auch zu Laufen beginnt, und du dich für die Durststrecke gleich mit zwei Küchenkarpfen belohnen hast können §!


    dickes p-: zu den beiden Kerlen und lasst sie euch schmecken ... immer cool zu sehen und zu lesen wie du mit deiner Methode und dem Gspür für das Wasser deine Fische überlistest §!

    LG
    Reinhard


    "I have many loves and Fly-Fishing is one of them; it brings peace and harmony to my being, which I can then pass on to others."


    Sue Kreutzer

  • Zitat

    Original von strikerhoffi


    PS: warst Du auf Deinem Platzl am Schillerwasser oder woanders?


    ja, diesmal macht ers uns wirklich schwer zu erkenne wo er gsessn is, oft is es ja sogar am Untergrund zu erkennen wo es war aber diesmal hat er sogar den Untergrund unschaft fotografiert :lach:

  • Na endlich Gerhard. Petri zu deinen Speisekarpfen.
    Lass sie dir schmecken.


    Ich muss hier an dieser Stelle auch noch mal erwähnen wie angenehm dieses Forum ist, denn solche Fotos hätten woanders schon wieder unnötige Diskussionen ausgelöst.


    @Gerhard: Könntest du eventuell auch zu der Zubereitung etwas sagen. Ich hab das mit den Karpfen noch nie so hinbekommen. Vielleicht wirklich von Ausnehmen über Schuppen bis zur PFanne. Das wäre toll, dann werde ich das nämlich auch mal probieren.

  • Hallo Freunde !


    Danke für´s Teilen meiner Freude zum ersten nennenswerten Erfolg dieses Jahres.
    Zur Frage wie es in anderen Foren wäre: Ich bin ja deshalb auch da und nicht wo anders, denn wer mit sinnvoller Verwertung ein Problem hat, hat nicht die Grundessenz des Angelns verstanden. Wobei natürlich aus heutiger Perspektive nach allgemeiner Sicht zu gelten hat "Erst Schützen und DANN verwerten", wobei bei potentiell bedrohteren Arten der erste Teil des Satzes mehr in den Vordergrund rückt als bei weniger bedrohten.


    Zu Ubiks Frage nach guter Verwertung:


    Wenn ich einen Karpfen paniere, dann ziehe ich die Haut ab. Nachdem der Fisch geschuppt und ausgenommen wurde, teile ich ihn in so hufeisenförmige Stücke, die ich dann oben in der Mitte wieder in 2 Hälften teile. So habe ich aus einem 2,5 Kilo Karpfen im Schnitt 8 Portionsstückchen, wobei ich jeweils 2 Stückchen als eine Portion pro Person rechne.
    Um schnell und leicht zu enthäuten, schneide ich beim unteren Bauchteil wo meistens ein bissl ein Fettrandl ist, mit dem Messer bis zur Haut und halte dann an diesem Fettrandl fest und ziehe nach oben. Dann ist das Filet enthäutet.
    Zum Zubereiten erst salzen und in Zitrone einträufeln, dann Mehl, verrührtes Ei und Semmelbröseln in der Reihenfolge, dann in reichlich Öl rausbacken.


    Wenn ich serbisch will, dann vielleicht die Haut drauflassen, wieder Salz Zitrone, und Mehl mit etwas Paprikapulver verrührt und scharf rausbraten und dann auf die obere Seite mit Knoblauchpresse drüber, dazu Bratkartoffeln, eventuell auch Aivar dazu, hab ich gern.....

  • Gerhard, ich beneide dich ein bisschen darum dass der Karpfen dein allererster Lieblingsfisch für die Küche ist, denn einen schönen Karpfen ergattert man doch in der Regel etwas leichter als z. B. einen guten Hecht, der nach dem Zander meine persönlich erste Wahl ist. Der Karpfen ist leider nicht so ganz mein allererster Favorit auf dem Teller.
    ...und mit einem Karpfen komme ich von meinen Gewässern recht oft nach Hause aber mit einem Hecht oder Zander ..?


    Am allerliebsten esse ich allerdings die von meiner Frau panierten und in einem besonderen Kokosfett herausgebratenen Dorschfilets- lacht`s halt net zuviel !


    LG von Stefan

  • Zitat

    Original von grusteve


    Am allerliebsten esse ich allerdings die von meiner Frau panierten und in einem besonderen Kokosfett herausgebratenen Dorschfilets- lacht`s halt net zuviel !


    LG von Stefan


    Wieso, Dorsch ist ja ansich ein super Speisefisch! §!
    Die 4-eckerten Presslinge sind halt nicht immer das Wahre. Aber auch wir haben die ab und zu..
    Mein liebster (heimischer) Speisefisch ist eindeutig der Saibling. Danach kommt Regenbogenforelle.
    Aber im Grunde kommts immer drauf an wo der Fisch geschwommen ist und was er gefressen hat. Beim Karpfen "kellert" oder "mooselt" es recht schnell und deshalb esse ich den nicht so gern.

  • Zitat

    Original von grusteve....
    Am allerliebsten esse ich allerdings die von meiner Frau panierten und in einem besonderen Kokosfett herausgebratenen Dorschfilets- lacht`s halt net zuviel !
    LG von Stefan


    Wieso lachen? Wenn es tatsächlich Dorschfilets sind, so schmecken die doch hervorragend - ich mag sie auch gerne. Allerdings würde ich das Kokosfett (ob besonders oder nicht) weglassen, und stattdessen ein gutes Pflanzenöl verwenden!
    LG, Peter

    Man muss lernen, was zu lernen ist, und dann seinen eigenen Weg gehen (Georg Friedrich Händel)


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  • Grüß euch !


    Uije,... in der gachen Weis habe ich nun von Filets geschrieben, meine aber tatsächlich die kleinen Viereckerl, von denen es meiner Meinung nach aber auch recht gute gibt-ist natürlich auch eine Preissache .


    Das von meiner Frau verwendete Kokosfett ist eine kalte Erstpressung aus biologischem Anbau auf den Philippinen - da habe ich keine Bedenken, auch nicht wegen der Entfernung.
    Grundsätzlich verwenden wir aber sonst in der Regel Rapsöl, Leinöl, Kürbisöl, ...je nachdem. Meine Frau ist da sehr wählerisch.


    LG von Stefan

  • Hallo Freunde !


    Bei allen fischkulinarischen Freuden, und ich freue mich, sowohl hier in diesem Thema als auch im eigenen Thread dazu auf Echo zu stoßen, möchte ich, passend zum Thema "Wunderschöner Lobaunachmittag" noch einen wichtigen Aspekt nicht unbeachtet lassen:


    Ähnlich wie es auch Toni gerne macht, beobachte ich die sonstigen Tiere im und am Wasser gerne:


    Und ich hatte am Sonntag, diesem zwar bedeckten, aber so angenehm ruhigen und warmen Nachmittag einiges zoomäßiges geboten bekommen:


    1) Kaum baute ich meine Gerätschaften auf, schwamm elegant eine nicht sehr große Ringelnatter durch das Wasser. Auch schon ein Bote dafür, dass das Wasser angenehm wärmer wird.


    2) Da mir meine Frau auch ein Stück Altbrot mitgegeben hatte, warf ich es in´s und bald taten sich Enten daran gütlich, bis auch am Schilfrand ein kleines Teichhuhn auftauchte, und ebenfalls daran teilhaben wollte. Als sich eine viel größere Ente näherte, schnarrte und scheckerte das Teichhuhn so ärgerlich, dass die Ente das Weite suchte.


    3) Am Ufer vis avis auf einmal Getrampel. Eine riesige ganz dunkle Wildsau mit einer ganzen Rotte von gestreiften Frischlingen breschte vorbei und hinein in den Schilfdschungel, wo man noch das Quiecksen der Kleinen hörte.


    4) Kurz vor dem ersten Karpfenbiss kam ganz in meiner Nähe ein Biber, groß wie die Staubsauger meiner Jugendzeit :lach: an die Oberfläche und schaute skeptisch drein, bis er mit einem Klatsch abtauchte und elegant unter meiner Schnur zu seinem Bau am anderen Ufer tauchte......