• Hallo Freunde, ich wollte da eigentlich gar kein Thema aufmachen, aber beim Begrüßungsthread eines jungen symphatischen Ybbsfischers, der in Kematen oder wo fischt, und wo wir alle ein bissl ausschweifender über die Ybbs da und dort, mit "mit und mit ohne" Bachforelle und Durchleuchtung der Ursachen diskutiert haben....


    ......möchte ich die Interessierten, und da sind hier EINIGE, die den einen oder anderen Abschnitt dieses faszinierenden Flusses befischen, unterwegs, bitten ihre Eindrücke, Beobachtungen und Erfahrungen mitzuteilen.


    Ich mach´s mal kurz: Ich befische den Oberlauf, und genieße bis ins Ortsgebiet Lunz eine sehr schöne Bachforellenpopulation, begleitet mit selbstreproduzierenden sehr attraktiven Regenbogenforellen die ich auch mal für die Küche genieße, und einigen schönen Äschen.
    Schon im unteren Teil meines Hauswassers nimmt die Bachforelle drastisch ab und die Regenbogenforelle nimmt zu.


    Ich glaube, der Willi ist mein "unterer Nachbar", dann kommen verschiedene Reviere im Mittellauf, und auch der Unterlauf mit Übergang zur Barbenregion muss sehr interessant sein.


    So, jetzt seid Ihr dran......

  • Gut gemacht Gerhard, ich fische ja gleich unterhalb im ÖFG Revier Ybbs Stiegengraben. Dort schaut es schlechter aus mit der Bachforelle. Daher ist sie auch komplett geschont. Großartig ist aber wohl der Bestand an Äschen und auch die Regenbogen fängt recht viele.
    Ich war heuer positiv überrascht wie gut sich der Fischbestand entwickelt obwohl es dort oben auch einige Otter gibt. Wie es mit der Bachforelle weitergeht wird man sehen.
    Wie es in den Revieren unterhalb ausschaut weis ich leider auch nicht. Ich war aber vor Jahren in Opponitz und habe dort wunderschöne Ybbs Reviere befischt.
    Lg Willi

  • Auch ich habe bis 2017 das Revier Stiegengraben befischt und kann die Aussagen vom Willi nur bestätigen. Insgesamt ein guter Fischbestand hauptsächlich bestehend aus Regenbogen und auch sehr schönen Äschen.


    Bis 2016 habe ich auch das nächste Revier, nämlich Göstling, befischt. Hier haben aber die Bundesforste nach einem Pachtzyklus den Preis stark angehoben woraufhin die ÖFG den Vertrag nicht mehr verlängert hat. Aktuell wir es von der Gemeinde Göstling selbst und von den BF bewirtschaftet.


    Beide Reviere gemeinsam waren wirklich eine Topstrecke und eines meiner Lieblingsreviere.


    Besonders hervorheben möchte ich die beiden Kon­t­rol­ler (eine Damen und ein Herr) die das Revier sehr konsequent betreut haben. Ich habe sie fast bei jedem Mal wenn ich im Revier war zumindest gesehen. Nachdem man sich gekannt hat wurde es meist bei einem Winken aus der Ferne belassen oder wenn man Ufernah gestanden ist lief es auf eine nette Plauderei hinaus.

  • Wie der Gerhard befische ich heuer das Revier oberhalb von Lunz am See. Voriges Jahr durfte ich es mal besuchen.
    http://www.angelbrüder.at/thread.php?threadid=311&sid=


    Ein sehr klares Gewässer mit vielen Strukturen. Zum teil mit sehr schnellen Wasser. Einer guten Bewirtschaftung zufolge sind dort nur wilde Bach bzw. Regenbogenforellen.Die Äschen waren da, jedoch konnte ich dort keine fangen.
    Seit ca einem halben Jahr hat "mein" Verein auch das Revier zwischen Hausmenning und Amstetten.
    Im Teil Bereich Hausmenning bei der dort vorhandenen Eisenbahnbrücke war ich voriges Jahr 2x mit der Fliegenrute im "Fly Only" Bereich unterwegs. Ein schönes Mischwasser mit Rebo's, Aiteln, Äschen (die wurden dort von mir bzw. meinen Kollegen gefangen). Mir persönlich fast ein zu mächtiges Gewässer dort....aber ganz ok.


    http://www.angelbrüder.at/thread.php?threadid=396&sid=
    http://www.angelbrüder.at/thread.php?threadid=455&sid=


    Gesehen habe ich selbst auch Barben. Es sollen auch Huchen drinnen sein und weiter unten im Bereich Amstetten Hecht,Karpfen.


    Gerne würde ich mal das Öfg Revier unterhalb von Lunz bzw die Reviere um Opponitz befischen....mir gefällt die Gegend dort einfach....

  • @ Ernst stimmt, die nehmen ihren Job ernst und kontrollieren wirklich jeden Tag in der Saison. Muss man wirklich lobend erwähnen.
    @ Mike wenn du einmal im ÖFG Revier fischen willst melde dich bei mir. Ich kann dich als Gast mitnehmen, ist dann etwas günstiger.
    Lg Willi

  • Mit der Bachforelle in der Ybbs schauts leider wirklich schlecht aus.
    Hätten wir nicht so warmes Wasser würds sicher anders aussehen z.B. würde PKD bei den Bafos nicht ausbrechen.
    Ich glaube aber das der Besatz früher viel ruiniert hat. Ich kann mir vorstellen das dadurch PKD überhaupt erst eingeschleppt wurde.


    Hätte man in der Vergangenheit auf die wilden Bachforellen in der Ybbs geachtet, würden diese sicher heute noch ganz oben stehen. Der Stamm hat sich ja über viele Jahrzente an das Wasser angepasst und so auch, glaub ich, an das warme Wasser.


    Jetzt kanns nur noch die Natur selber richten, wenn da noch eine Chance besteht, wird sie das auch tun. Oder die Bachforelle verschwindet bald wirklich komplett aus der Ybbs.



    miguelefue
    Ich habe das Revier schon ein paar Jahre nicht mehr befischt, aber von der Eisenbahnbrücke aufwärts wars immer ganz gut. Da kommt dann mal der Steg (Fußgängerbrücke über die Ybbs) in Hausmening, da waren immer gute Äschen.
    Keine 200m aufwärts vom Steg war da noch das alte Wehr, da fischte ich auch sehr gerne.
    Aber seit dem da umgebaggert wurde und oben das neue Kraftwerk gebaut wurde war ich da nicht mehr fischen.


    Lg Lukas

  • Hallo Lukas,
    ich glaube auch, dass der zwar gut gemeinte Besatz mit Bachforellen über die Jahre den angepassten Stamm versaut hat.
    Aber voriges Jahr konnte ich erstmalig junge Bachforellen fangen. Hoffentlich erholt sich der Bestand wieder.
    Lg Willi

  • die Ybbs ist schon ein sehr interessantes Wasser §!


    ich konnte letztes Jahr das Revier bei Lunz und das Revier bei Hausmenning mit Tageskarte befischen ... das Oberlaufrevier ein sehr verspieltes Wasser das nur so gemacht ist für die feine Fischerei ... ein Eldorado für Fans der Gespließten und der Glasruten


    komplett konträr dann das Revier bei Hausmenning ... schon sehr mächtig und durchaus mit der Mur vergleichbar ... schönes Mischwasser, und ich bin davon überzeugt, dass das Revier den ein oder anderen kapitalen Fisch beheimatet


    ich werde auch heuer wieder den einen oder anderen Tag in den beiden Revieren verbringen und werde mir auch den einen oder anderen Abschnitt mal näher anschauen


    schade um die eher negative Entwicklung rund um den Bachforellen-Bestand ... ich setzte aber auch starke Hoffnung in die Natur selbst, die es sich "wieder richten" wird wenn man es zulässt und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat 8)

    LG
    Reinhard


    "Wenn der Lebensraum ausreichend ist, dann wächst jedes Jahr zu, und wenn man das mäßig und bescheiden nutzen will, dann reicht das."


    Stefan Guttmann

  • Danke für die Infos. Dürfte ein sehr interessantes Wasser mit doch einem sehr guten Vorkommen sein.


    red tag : sieht man bezüglich Otter irgendwelche Schäden bei Euch oben? Oder sind Sie unauffällig ....



    Und ich hab da noch eine Frage bezüglich des Besatzes ... sollten Besatzfische nicht eher mit der vielleicht höheren Wassertemperatur zurecht kommen? Die Besatzforellen werden doch in kleinere Teiche gezüchtet .. da müssten die doch wärmeres Wasser gewöhnt sein oder?


  • Hallo Martin !


    Ich habe soweit verstanden, dass die PKD (proliferative Nierenkrankheit) der Bachforelle vor allem durch Fische aus Besatzmaterial entstanden ist. Und abgesehen davon ist es besonders bei der Bachforelle so, dass das einbringen von Stämmen oder gar wie in Fischzuchten üblich "durchkreuzten" Stämmen auch unabhängig von der PKD-Gefahr immenser Schaden angerichtet werden kann.
    Es wurden auch in Zusammenarbeit mit Leuten von der BOKU an Ybbsrevieren Vorträge über diese Gefahr gehalten.
    Und letztlich habe ich gehört, dass die PKD zwar in erster Linie die Bachforelle betrifft, aber auch Rebos und Äschen befallen werden können.


    Was noch immens wichtig ist, und das praktiziere ich von erster Minute an, ist das Desinfizieren von Watzeug und Angelausrüstung und das Verbot von Filzsohlen.
    Ich habe im Auto immer eine Sprühflasche und Desinfektionsmittel.

  • Zitat

    Original von strikerhoffi
    .....
    Und ich hab da noch eine Frage bezüglich des Besatzes ... sollten Besatzfische nicht eher mit der vielleicht höheren Wassertemperatur zurecht kommen? Die Besatzforellen werden doch in kleinere Teiche gezüchtet .. da müssten die doch wärmeres Wasser gewöhnt sein oder?


    Da stellt sich auch die Frage, WAS genau das Ziel der Zucht ist/war. Ein Speisefisch soll sich ja gar nicht fortpflanzen können, weil das die Gewichtszunahme verlangsamt.
    Leider werden bzw. wurden oftmals genau diese Fische besetzt, weil sie billiger sind. Für das jeweilige Gewässer natürlich eine Katastrophe!


    Dann muss auch der jeweilige Stamm passen, da es auf den richtigen Zeitpunkt der Fortpflanzung ankommt. Ist der Fisch zu früh oder zu spät dran, so können sich die Eier nicht entwickeln, weil die Wassertemperatur dazu passen muss (laienhaft ausgedrückt).


    Lg, Peter

    Man muss lernen, was zu lernen ist, und dann seinen eigenen Weg gehen (Georg Friedrich Händel)


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  • Nun, ich hatte mal Watstiefeln mit Filzsohlen das heißt ich hab sie noch und sie liegen umsonst herum, nur ein paarmal getragen....


    Jedenfalls ist die Desinfektion wenn ich jetzt sagen wir von einem Gewässer/Gewässerabschnitt in einen anderen wechsle, schwerer beim Filz wo sich alles reinsauft, als wenn ich einfach nur so das Watzeug absprühe und die Rute/Rolle/Schnur, jedenfalls so mache ich es.


    Wir haben Richtung untere Reviergrenze schon PKD nachgewiesen, und oben zum Glück noch nicht. Entweder ich fische gleich am besten von oben richtung runter, oder ich desinfiziere ordentlich......


    Wobei, die Wasservögel und sonstigen Wassertiere auch Otter die tragens natürlich undesifiziert weiter.....

  • Hallo Leute!


    Sehr interessant gewesen diese kurze Reise zur Ybbs für mich.


    Die Bachforellen verabschieden sich aus unseren Vereinsgewässern auch langsam.
    Auch ganz ohne Besatzmaßnahmen und trotz minimaler Befischung,still und leise.


    Die Ursachen sind multifaktoriell,im falschen Besatz alleine scheint das Problem nicht zu liegen.


    Im Laufe von Jahrzehnten haben schwindende Laichhabitate (Verschlammung der Seitenbäche),falsche Besatzpolitik,Pestizide,Monokulturen,Insektenschwund(!)Gifte,Otter,Kormoran,Gänsesäger,Reiher und Überwärmung in unseren Revieren die Grenze zur Äschenregion stark nach oben gerückt (in unseren Vereinsrevieren bis zu 10 km in etwa 40 Jahren).


    Apropos: Für die Äschenregion kann eh auch bald schon ein anderer Leitfisch gesucht werden... X(

  • Hallo Bernhard, stimmt sicher, es wird nicht den Grund geben warum die Bestände der Bachforellen immer schwächer werden. Ich habe aber auch Reviere die eigentlich völlig intakt sind, alles vorhanden, Laichhabitate, Seitenbäche usw. Trotzdem wenige Bachforellen. Es werden viele fangfähige Bachforellen besetzt aber die sind natürlich nach dem Winter fast alle weg.
    Dann gibt es noch Reviere in der Ebene, von intakt keine Rede, die trotzdem einen super Bestand an wilden Bachforellen haben. Dort wurden und werden keine Bachforellen besetzt. Es werden nur Regenbogenforellen besetzt.
    Da kommt mir natürlich schon der Gedanke ob der Jahrzehntelange Besatz schuld daran ist, dass in intakten Gewässer so wenige Bachforellen sind.
    Allerdings ist das nur eine Theorie, was wirklich daran schuld ist wird man so einfach nicht sagen können.
    Lg Willi

  • Danke für die Erklärungen §!



    Zitat

    Original von red tag
    Ich habe aber auch Reviere die eigentlich völlig intakt sind


    Dann gibt es noch Reviere in der Ebene, von intakt keine Rede, die trotzdem einen super Bestand an wilden Bachforellen haben. Dort wurden und werden keine Bachforellen besetzt.


    Da stellt sich für mich als Laie vielleicht die Frage, ob das, was der Mensch als intakt ansieht, für den Fisch vielleicht gar nicht intakt ist ... nicht falsch verstehen bitte. Ich nehme jetzt mal den Bodensee her ... da ist das Wasser schon so klar und rein geworden, dass die Fische dort keine Nahrung (Plankton) mehr finden können und deshalb sich der Bestand veringert. Bei der Bachforelle wird es höchstwahrscheinlich auch irgendeinen Grund geben ... da kann man nur hoffen, dass die Biologen es mal irgendwann schaffen, eine Antwort zu finden.

  • Servus Martin!


    Sowas ist wahrscheinlich multifaktoriell,schlechte Besatzpolitik,Otter und Kormoran machen dann die Todesstöße zuvor geschädigter Habitate.


    Die Ökologen ,die immer wieder unsere Vereins-Gewässer begutachten haben mir öfters die oben angeführten Gründe gesagt.


    Ist aber gar nicht schwierig,die "Alten" im Verein haben die Veränderungen selbst erlebt.


    Ein sehr relevanter Punkt ist bei uns in der Stmk die Verschlammung von zig Laichseitenbacherln,die noch vor zwanzig Jahren voller Bachforellenbrut waren...
    Das haben wir der intensiven Landwirtschaft überall zu verdanken.


    MAISACKER bis ZUM UFER überall.....


    Das Artensterben ist ein Wahnsinn,Insektenarten schwinden............