Lange Vorfächer beim Nymphenfischen

  • Hallo Freunde !


    Beim Fangbericht vom Willi wird das sehr lange Vorfach erwähnt, welches er beim Nymphenfischen auf Äschen verwendet.


    Ich muss vorrausschicken, dass die Nymphenfischerei für mich immer eher die 2. Wahl ist. Auch wenn Fische nicht steigen, versuche ich erst einmal, die durch attraktives Anbieten verschiedener Trockenfliegen zum Steigen zu animieren, was mir recht oft gelingt.


    Wenn da aber gar nichts geht, dann knüpfe ich einfach eine Nymphe an und denke mir nicht weiter viel, bis es entweder in der Rute "rumpelt" oder ich den Biss sichtbar verfolgen kann......


    Jetzt frage ich mich aber, wie man erstens überhaupt mit einem Vorfach womöglich doppelt so lang wie die Rute überhaupt wirft?


    Oder geht das nur an größeren Flüssen, wo ich quasi drinn stehe und dann abtreiben lasse ?


    Denn an einem kleineren Fluss wie der Pielach oder wie sie alle heißen, stelle ich es mir sehr schwer, da den Wurf zu kontrollieren, wenn quasi nach der Fliegenschnur noch "1 km Vorfach durch die Luft schwirrt" und ich keine Ahnung habe, wo die Nymphe gerade ist......


    Und wie ist das beim Drill ? Da hat man dann wohl schon in der Mittel- oder Anfangsphase des Drills die Fliegenschnur schon drinnen und drillt praktisch nur mehr "auf Peryl" ?


    Nachdem sich momentan ein bissl wenig hier tut, hoffe ich auf reges Schreiben.

  • Hallo Gerhard


    Also für normales Nymphenfischen, in eher kleinen Gewässern wie z.B. Wienfluß oder Kamp wo du unterwegs bist, ich kenne beides nur vom spazieren gehen. Schaut mein Setup so aus:
    Ein 5ft langes konisches Vorfach und daran das tippet in ca. 1,2 bis 1,5 mal länger als die Wassertiefe.
    besser etwas länger anfangen, einkürzen kannst du immer noch.
    Wichtig ist der Grundkontakt, das siehst du am Vorfach wenn die Nymphe nach kurzer Drift so über den Grund "ruckelt", dann bist du richtig.
    Wenn du sehr schnell und andauernd hängenbleibst, dann einkürzen.
    Wenn keine Grundkontakt passiert, dann eben verlängern.
    Mit diesem Setup, hast du nicht gleich am Anfang das "Peryl" in den Ringen.
    Es gebe noch andere Techniken, wie die kurze Nymphe oder French Nymphing, aber das wäre sicher nicht so deines ;)


    lg
    Christian

    "If I'm not going to catch anything, then I 'd rather not catch anything on flies"

    -Bob Lawless

  • Danke Christian !


    Ja, das sind für mich vertretbare "menschliche" Längen und eh wohl so wie ich es mache. Nämlich das konische Vorfach und daran das Tippet, also eh genau so.


    OT: Dem Wienfluss habe ich den letzten und einzigen Besuch heuer im April abgestattet, als es in den Bergen noch zu kalt und unbeständig war. Ist ein herziges Wasser, aber die rules sind mir einfach derzeit etwas zu "lax". 30 Lizenznehmer für die paar km auf dem kleinen Flüsschen und jeder davon darf 365 Tage im Jahr fischen ist ein bissl heavy, da ist schon vor dem Anfang der innere Schweinehund groß wie ein Nilpferd, wenn ich mir denke, da ist schon alles durchgetrampelt.....



    Back to se topick:
    Ja, aber ich habe auch schon von 4 oder 6 m langen Vorfächern gehört. Das ist wohl für größere Flüsse wie die Mur wo ich eh keinen Fuß reinwage, da steht man wohl dann drinn und lasst es abdriften und schlenzt es irgendwie dann wieder raus.......

  • Zitat

    Original von Lupus


    Back to se topick:
    Ja, aber ich habe auch schon von 4 oder 6 m langen Vorfächern gehört. Das ist wohl für größere Flüsse wie die Mur wo ich eh keinen Fuß reinwage, da steht man wohl dann drinn und lasst es abdriften und schlenzt es irgendwie dann wieder raus.......


    Ja die gibt es ich fische beim French Nymphing bis zu 9 Meter lange Vorfächer, das ist dann schon etwas tricky

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    -Bob Lawless

  • Danke Gerhard- das ist etwas was mich auch brennend interessiert, da ich auf diesem Sektor ein ausgewiesener "Plescher" bin. Entweder sehe ich die Bisse nicht- und habe bei zu langen Vorfach keine "Kontrolle" (lach-ich habe nie Kontrolle über irgendwas beim Fischen). Das Nymphing ist für mich auch eher ein "Spanisches Dorf" (Reinhard danke für die immerwieder kehrende Info). Aus diesem Grund lese ich gerade auch das aktuelle Nymphenfischen- Geheimnis entlarft. Theoretisch klingt das eigentlich alles einleuchtend- aber in der Praxis...Werfen, Bisserkennung, udgl....pffff.

  • Michael:
    Am Bernsteinwasser brauchst Du Dir wegen dem Thema Nymphe keinen großen Kopf machen. Das ist ein kleines Wasser und mit der normalen 7ft 4er Rute fischst Du so wie ich es eh mache und wie es Christian oben so schön beschrieben hast.
    Dort geht es eh einfach und bald zuckt es in der Rute und so ein kleiner bunter Wildfang ist dran "freu"

  • Ja das lese ich auch gerade, ein sehr gutes Buch, auf jeden Fall besser als "Erfolgreich Nymphenfischen auf Salmoniden" vom Feuerstein (ist mir ein wenig zuviel der selbstbeweihräucherung)
    Der Titel des neuen Buches ist auch ein wunderbares Wortspiel:
    Nymphenfischen – Geheimnisse "entlarvt" :D :D

    "If I'm not going to catch anything, then I 'd rather not catch anything on flies"

    -Bob Lawless

  • Hallo Gerhard,
    ich fische auch in der Pielach, Ybbs und Co sehr lange Vorfächer wenn ich mit der Nymphe fische. Ich verwende Vorfächer um die 4 Meter manchmal auch länger. Das ist am Anfang gewöhnungsbedürftig aber mit der Zeit merkt man, dass die Nymphe besser absinkt und natürlicher abtreiben kann. Die Bisserkennung ist nicht immer einfach, macht die Sache aber auch sehr spannend. Leichter geht es natürlich wenn man im Wasser steht und stromauf fischt. Weite Würfe sind nicht nötig, ein paar Meter Flugschnur reichen oft schon aus. Am Anfang sind kleine Bissanzeiger oder auffällige Markierungen am Vorfach hilfreich. Die Erfolge sind meiner Meinung aber deutlich besser als mit den Standard 9 Fuß Vorfächern. Ich kann das nicht genau beschreiben, am leichtesten man lässt sich das Am Wasser von wem zeigen. Wenn man das einmal drauf hat dürfte es die wohl erfolgreichste Methode in der Fliegenfischerei sein. Allerdings die schönste ist sie nicht ;)
    Aber auch bei der Trockenfliege fische ich seit Jahren fast nur noch 12fuss Vorfächer. Gerade bei der Äsche bringt das den Vorteil, dass die Trockenfliege viel später zum dreggen anfängt.
    Ist aber nur meine persönliche Ansicht.
    Lg Willi

  • Voller Interesse lese ich eure Ausführungen zum Thema Nymphen. Ich kenn mich da eher weniger aus.
    Mit der Trockenfliege verwende ich aber sehr häufig 2-fache (und länger) Rutenlänge bei den Vorfächern (vorwiegend bei sehr scheuen Fischen)
    Lg, Peter

    Man muss lernen, was zu lernen ist, und dann seinen eigenen Weg gehen (Georg Friedrich Händel)


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  • Hallo Willi


    Danke vielmals Dir auch für Deine fachkundige Antwort. Nun, ich kann mir das mit dem besseren Absinken der Nymphe natürlich gut vorstellen und auch mit der schwierigeren Bisserkennung.


    Ich lese auch bei Dir heraus, dass Dein Herz aber in erster Linie für die Trockenfliege schlägt. Natürlich schaue ich auch bei der Äsche, dass ich ein möglichst langes Tippet habe.


    Schwierig stelle ich mir allerdings auch das Vorfachwechseln vor. Der innere Schweinehund läßt mich doch wenn man bei Trocken wirklich NICHTS zu machen ist, einfach die Nymphe anbinden.


    Wenn ich jetzt separat andere Vorfächer habe, müsste man schon besser vorbereitet sein, denke ich.

  • Hallo Gerhard, es ist oft gar nicht so kompliziert, ich verwende, wenn ich Trocken, Nymphe oder mit der Nassfliege fische ein normales, konisches Vorfach. Die Spitze wird halt je nach bedarf verlängert. Das reicht in der Regel völlig aus. Nur wenn nichts steigt, oder sehr tiefen Wasser verwende ich Nymphenvorfächer.
    Du musst daher maximal deine Spitze verlängern, entweder mit einen Knoten oder einen Ringerl und du kannst schon mit der Nymphe fischen. Die paar Sekunden Arbeit zahlt sich mit Sicherheit aus. Die Nymphe gehört einfach runter wenn die am zu kurzen Vorfach irgendwo im Mittelwasser daher kommt ist das recht unnatürlich und wird oft von den guten Fischen ignoriert.
    Lg Willi

  • interessanter Thread über die Vorfachlänge bzw. Vorfachwahl beim Nymphen


    ich selbst befinde mich ja auch erst in meiner zweiten Fliegensaison, aber ich lasse euch gerne an meinen Vorlieben teilhaben


    an den kleineren Bacherln und Flüssen wie das Waldviertler Bernsteinwasser, Teichl, Alm, ... etc. fische ich so wie Christian es eh auch schon beschrieben hat ... da ich an solchen Flüssen meist immer mit der Trockenfliege beginne, habe ich da immer ein gezogenes Vorfach mit ca. 6 - 7 ft oben ... dann ein Vorfachringerl ... und da wird dann das Tippet in den div. Stärken angebunden ... beim Trockenfliegenfischen meist so an die 1,5m ... diese Länge reicht meist auch zum Nymphen aus und wird eventuell etwas verlängert


    an größeren Flüssen wie z.B. an der Mur oder der Ybbs im Bereich Amstetten verwende ich kein gezogenes Vorfach ... da schlaufe ich ein einfaches Monovorfach in der Länge von 5 - 7m direkt in die Flugschnur ein ... wie Willi schon geschrieben hat ist das Werfen und die Bisserkennung bei diesen Vorfachlängen schon eine kleine Herausforderung ... diese Variante des Nymphenfischens hab ich mir von der "steirischen Eiche" abgeschaut ... viele Bisse kommen im "Swing" wenn die Nymphe wieder aufsteigt ... viele Bisse wird man aber gar nicht mal mitbekommen ;(


    dann hat mir ein Salzburger Profi noch eine Variante des Nymphen gezeigt ... und zwar mit einem sogenannten Indicator (Bissanzeiger) da wird ein getwizzeltes, sich verjüngendes geflochtenes Vorfach verwendet ... Länge ca. 1,2m ... an der Spitze ist ein Vorfachringerl mit eingearbeitet ... da wird je nach Gewässertiefe dann das Tippet in der Länge von ca. doppelter Gewässertiefe angebunden ... der Indicator wird am geflochtenen Vorfach angebracht ... das Nymphen mit diesem Indicatorsystem ist, wenn Bissanzeiger erlaubt sind, irrsinnig effektiv und man bekommt wenn man es richtig macht so gut wie jeden Biss mit ... ich bin mit dem System noch in der Lernphase, aber ich bekomme zumindest die Hälfte der Bisse mit :D


    wie geschrieben ... ist erst meine zweite Saison und ich bin noch fleißig am experimentieren 8) §!

    LG
    Reinhard


    "Wenn der Lebensraum ausreichend ist, dann wächst jedes Jahr zu, und wenn man das mäßig und bescheiden nutzen will, dann reicht das."


    Stefan Guttmann

  • Ich habe es mir angewöhnt keine Bissanzeiger zu verwenden. Sie waren in meinen Revieren Jahrelang verboten. Allerdings ist es natürlich so,dass man mit einen Bissanzeiger deutlich mehr Bisse merkt.
    Das Fischen mit langen Vorfächern, schweren Nymphen, Bissanzeigern,sollte man aber mit bedacht ausüben. Wenn man das gut kann fängt man sehr,sehr viel Fisch ob klein oder groß. Auf Sicht finde ich es aber ziemlich Spannend und von der Technik her sehr komplex.
    Lg Willi

  • In meiner ersten Wiedereinstiegsphase ins Flifi nach 20 Jahren Pause wo ich fast nur sitzangelte, war an den Wienerwaldbacherln, wo ich zunächst mal mit Gastkarte 2 mal durfte, mein "Lehrmeister" auch kein so spezialisierter Fliegenfischer und der hatte beim zweiten Mal auch einen Bissanzeiger beim Nymphenfischen und dann machte ich es ihm nach ein paar Mal, bis ich draufkam, dass es ohne viel besser geht.


    Da ich in der Folge hauptsächlich an classic Revieren fischte, kam es für mich eh nicht mehr in Frage.


    Ich muss aber vorrausschicken, dass ich keine so großen tiefen Flüsse befische, wo man schon mal ganz umdenken muss.


    An kleineren sehr klaren Gewässern sind außerdem auch sehr viele Jungfische und da kann es passieren, dass man nicht nur Nymphenbisse übersieht und die Fische gar nicht fängt, sondern dass vielleicht Jungfische zu tief nehmen.


    Der Reinhard kann ein Lied davon singen, wie ich zum zittern anfange, wenn es einmal a bissl mehr Wasser hat und ich drinstehe :D, da mutiere ich zum kleinen hilflosen Entenküken, das sich ganz nah am Ufer drückt :lach:
    Wenn man lang und dürr ist wie ich, hat man einen extrem schlechten Stand, wenn von unten der STrömungsdruck stark ist.


    Die meisten von mir nicht gefangenen Fische sind nicht die wo ich den Biss versemmelt habe, sondern die wo ich "Schiss" hatte, mich in ihre Nähe zu wagen :lach:

  • Hallo Freunde!


    Gerade gesehen.


    Ihr wißt ja,superlanges Vorfach schlägt bei mir(sieht ja jeder anders) alles.


    Letzte Woche mit Franz an der Steyr.


    Franz fischt seit 50 Jahren mit der Fliege,er ist ein toller Trockenfischer.


    Wir haben die gleiche Nymphe gefischt,er gut 2 Meter Vorfach,


    ich etwa 4,5 Meter.


    War eine tiefer Rinner von naja schon fast 2 Meter Tiefe oder so.


    Etwa 13- 15 Meter zu werfen bis dorthin.


    Schwierig weil wir ohnehin schon tief gestanden sind.


    Ich 7 Fische,darunter die 51er Äsche.


    Er Null.


    Nach zwei Stunden verlängerte er sein Vorfach auf 3,5 Meter und fing seinen ersten Fisch.


    Die Bisse kamen in 50% Dead Drift,50% Swing.


    Ich lasse mich nun auch von erfahrenen Nymphenfischern nicht mehr anders überzeugen.
    Zu lange und zu oft fische ich erfolgreich damit. Habe alles probiert.


    Egal wo ich bin,ich fange so meistens am besten.


    Dass es grauslich zum Werfen ist eine andere Sache.


    Und ja,Gerhard,man drillt zum Schluß am Peryl.Das ist ein Nachteil.


    Ich drille den Fisch immer sehr hart und gehe dann bis zum Wurfschnurende,schau ob der Fisch "fertig" ist,wenn ja "riskiere" ich dann das Peryl.


    Fische eigentlich so fast immer in den beiden großen Flüssen.

    Es bringt natürlich nur im tiefen Wasser was,um die zwei Meter oder bisserl mehr.


    Für wirklich große Flüsse eben wie die Mur oder die Steyr an gewissen Stellen


    Mit der Trockenfliege ganz gleich.


    Durchgehendes Vorfach und wenn du nicht unbedingt genau anwerfen und nur in fangträchtiges Areal willst,ist das für mich dann auch eine Supermethode,wobei jeder Trockenfliegenpurist die Nase rümpfen wird.
    Was mir wurscht ist.
    Ich brauch nie Vorfach wechseln.


    Der Vorteil liegt für mich ganz klar darin,dass dabei die Fliege erst ganz spät DREGGT.


    Es werden nun viele sagen: Ja mei der wift wahrscheinlich ungenau und schlecht und hat dabei das Menden nie dalernt,
    aber wurscht.
    Genauso fange ich am meisten.Vor allem wenn die Fische vorsichtig sind und nur im Film über Grund beissen.


    Die Extremmethode dazu ist ja das von Tschiste oben beschriebene French Nymphing,von den ich keine Ahnung habe(der Chris hats mir fast gezeigt letztes Jahr,aber da habens grad sooo gut bissen :) )

  • Da sind wir uns einig Bernhard. Allerdings verwende ich auch an kleineren Flüssen Überdurchschnittlich lange Vorfächer. 12 Fuß mindestens bei der Trockenfliege und Nymphe meistens länger. Das fängt deutlich mehr.
    Ich habe das ebenfalls erlebt, dass Freunde beim fischen zu kurze Vorfächer fischten. Sie versuchten dann mit schweren Nymphen runter zu kommen. Langes Vorfach und kleine Nymphe ist schwieriger, braucht Übung ist aber deutlich fängiger wenn man den Bogen raus hat.
    Überhaupt bei heiklen Fischen, im Herbst, Winter und bei der Äschenfischerei.
    Eine Woche noch und ich probiere es in der Praxis.Urlaub an der Steyr §$
    Lg Willi